Verpflichtende Sommerschule und Kinder mit hohem Unterstützungs-Bedarf

Wie inklusiv wird die verpflichtende Sommerschule für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf sein?

Die Sommerschule ist in diesem Jahr erstmals verpflichtend für Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen.

Das betrifft alle Kinder, die nach Regellehrplan unterrichtet werden. Also auch Kinder, mit sehr stark ausgeprägter Autismus-Spektrums-Störung.

Diese Kinder brauchen eine Lernumgebung die sehr stark nach ihren individuellen Bedürfnissen ausgerichtet ist und einen hohen Personalschlüssel aufweist.

Die Anmeldung der Kinder zur Sommerschule erfolgt automatisch durch das Schulverwaltungsprogramm. Es gibt – soweit wir wissen – keine offizielle Möglichkeit den Unterstützungsbedarf bei der Anmeldung bekannt zu geben.

Anfang März haben sich Eltern betroffener Kinder an uns gewandt mit der Befürchtung, dass das mühsam und lange aufgebaute positive Bild von Schule in kurzer Zeit zunichte gemacht wird, wenn hier nicht Rahmenbedingungen herrschen, die der speziellen Wahrnehmung dieser Kinder entsprechen.

Abgesehen davon gibt es Kinder mit Körper- oder Sinnesbehinderung, die ohne entsprechende unterstützende Maßnahmen das Lernangebot der Sommerschule nicht wahrnehmen können.

Unsere Anfragen an Ministerium und Bildungsdirektion wurden rasch beantwortet. Beide Stellen betonen, dass die Sommerschule inklusiv gedacht ist und sie sich dessen bewusst sind, dass es Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf gibt. Es wird daran gearbeitet, dieses bereit zu stellen.

Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass sich Eltern betroffener Kinder mit Fragen an folgende Mailadresse an die Bildungsdirektion werden können: inklusion@bildung-wien.gv.at

Was braucht es, damit die Sommerschule für ALLE Kinder ein gutes Angebot werden kann?

  • individuell angepasstes Setting für alle Kinder
  • gut geschultes Personal und Assistenz für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf – wenn notwendig im 1:1 Setting.
  • vorab Informationen für Lehrpersonal über individuelle Bedürfnisse der Kinder ihrer Gruppe.
  • die Gewissheit der Eltern, dass ihre Kinder hier gut aufgehoben sind und sie nicht nach kurzer Zeit ihre Kinder abholen müssen, weil das Setting zu wenig auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und sie somit nicht bleiben können.

Wir hoffen sehr, dass Inklusion in der Sommerschule wirklich für alle Kinder, die sie besuchen müssen, stattfinden wird und zwar nicht nur am Papier!
Vor allem, wenn es sich um eine Verpflichtung handelt, sie zu besuchen, müssen die Rahmenbedingungen so sein, dass die Kinder davon profitieren können.

NACHTRAG 27.4.2026
Heute hat die Bildungsdirektion bei den Schulleitungen abgefragt, welche Unterstützungsmaßnahmen die angemeldeten Kinder voraussichtlich brauchen. Es scheinen also Vorkehrungen in Richtung zielgerichteter Unterstützung getroffen zu werden.